Print logo

; ; Pixabay

Partner

Serbien

Das 2003 gegründete Büro für EU-Integration ist eine der serbischen Regierung unmittelbar untergeordnete Fachbehörde, die im Rahmen des Annäherungsprozesses Serbiens an die Europäische Union für die Harmonisierung und Angleichung der nationalen Legislative an das EU-Recht zuständig ist. Darüber hinaus befaßt sich das Büro mit Aus- und Fortbildungsprogrammen für Beamte der Staatsverwaltung zur Anpassung der Verwaltungsprozeduren an EU-Standards.

Die 2005 begonnene Projektarbeit mit dem EU-Büro wurde mit jedem Schritt Serbiens in Richtung Stabilisierungs- und Assoziierungsprozeß intensiviert. Mit dem im Dezember 2009 eingereichten EU-Beitrittsgesuch Serbiens hat die Kooperation mit dem Partner zur Stärkung und Festigung der demokratischen Ordnung zusätzlich an Bedeutung gewonnen.

Die geplanten Projektmaßnahmen zur Unterstützung der Anpassung der nationalen Rechtsvorschriften an den Acquis Communautaire der Europäischen Union sind für das Büro für EU-Integration der Regierung der Republik Serbien von besonders hoher Priorität.

Die Behörde für Personalverwaltung untersteht der Regierung der Republik Serbien und ist in folgende Abteilungen untergliedert: Sektor für Analyse, Sektor für Auswahl und Förderung des Personals, Sektor für fachliche Fortbildung, Sektor für zentrale Personaldatenbank und Sektor für rechtliche, finanzielle und administrative Angelegenheiten. Die Behörde ist zuständig für alle Aktivitäten im Personalbereich von Ministerien, staatlichen Organisationen, der Regierung unterstehenden Behörden und fachlicher Behörden in einzelnen Verwaltungsbezirken.

Zu den Aufgaben der Behörde für Personalverwaltung gehören folgende Tätigkeitsschwerpunkte: Annoncieren von internen und öffentlichen Bewerbungen, Vorbereitung der Entwürfe zum Personalplan der staatlichen Organe, Erstellung des Programms der allgemeinen fachlichen Fortbildung der Staatsbeamten sowie die Durchführung der fachlichen Fortbildung gemäß dem erlassenen Programm. Die Behörde kümmert sich um eine homogene Reform der Staatsverwaltung, die eine zielorientierte Entwicklung des Beamtensystems voraussetzt. Fachliche Beratung bezüglich interner Strukturen und Systematisierung der Arbeitsplätze sowie Unterstützung im Personalmanagement stellen die Haupttätigkeiten der Behörde für Personalverwaltung dar.

Das 1947 vom ehemaligen jugoslawischen Staat gegründete Institut ist eine der größten und bedeutendsten, für internationale Beziehungen spezialisierten wissenschaftlichen Institutionen sowie ein Forschungszentrum von beachtlicher internationaler Reputation. Das IIPE befasst sich mit dem Studium der Politik, der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft sowie mit dem Erforschen gesellschaftlicher Prozesse und Phänomene im Bereich internationaler Politik und Wirtschaft, sowie der Analyse rechtlicher Aspekte internationaler Beziehungen. Als Forschungs- und Dokumentationsbasis für die Definierung der außenpolitischen Prioritäten Serbiens unterstützt das Institut in enger Zusammenarbeit mit dem Außenministerium der Republik Serbien die zuständigen Staatsbehörden bei der Formulierung der strategischen Ausrichtung zur Entwicklung und Etablierung der internationalen wirtschaftlichen Beziehungen und Außenpolitik des Landes.

Die Veranstaltungen des Belgrader HSS-Büros mit dem IIPE bearbeiten Themenbereiche vom Aspekt der aktuellen geopolitischen, diplomatischen, sicherheitsbezogenen und wirtschaftlichen Gegebenheiten Serbiens. So wurde im Rahmen der mit diesem Partner organisierten Konferenzen zum Beispiel hervorgehoben, dass sich Serbien neben der Weltwirtschaftskrise und den Herausforderungen der Globalisierung auch mit spezifischen innen- und außenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert sieht. Die resultierenden Empfehlungen renommierter in- und ausländischer Akademiker und Experten konnten einen wissenschaftlichen Beitrag vor allem bei den Bemühungen um die Integration des Landes in die EU sowie bei der Umsetzung institutioneller Reformen und den Beziehungen zu Nachbarländern leisten.

Die Tätigkeitsfelder des Zentrums für Demokratie der Fakultät für Politikwissenschaften in Belgrad sind Forschungen zum Thema Demokratie und demokratische Politik, Organisation der Forschung zu den Themen politische Partizipation und Demokratieförderung im Rahmen außeruniversitärer, politischer Bildungsseminare in Kooperation mit nahestehenden Institutionen und Einrichtungen aus dem staatlichen und nicht-staatlichen Sektor. Außerdem widmet sich das Zentrum für Demokratie der Förderung der Arbeit auf dem Gebiet der Gesellschaftskunde und Bürgerbildung zur Unterstützung neuer Ausbildungsprogramme im Rahmen der Bologna-Curricula. Darüber hinaus beschäftigt sich das Zentrum für Demokratie mit der aktuellen Menschenrechtssituation und der Weiterentwicklung politischer Kultur in Demokratien. Außerdem arbeitet das Zentrum für Demokratie mit anderen in- und ausländischen, akademischen Zentren und Forschungseinrichtungen zusammen.

Seit dem Beginn des demokratischen Umbruchs unterstützt das Belgrader Büro der HSS das Innenministerium der Republik Serbien mit seinen nachgeordneten Institutionen der Grenzpolizei, der Verkehrspolizei und dem Zentrum für polizeiliche Grundausbildung hinsichtlich des bestehenden Reformprozesses zur Demokratisierung, Entpolitisierung und Modernisierung aller Polizeistrukturen. Das Ministerium ist bereits seit vielen Jahren der wichtigste und zuverlässigste Projektpartner der HSS auf dem Gebiet der Verwaltungsförderung und hatte in den vergangenen Jahren einen hohen Bedarf an Wissenstransfer zur Umsetzung der EU-Standards und des strategischen Managements der EU in Politik und Verwaltung. Dabei waren insbesondere deutsche Erfahrungen sowie Erkenntnisse der weiter fortgeschrittenen Anrainerstaaten Serbiens gefragt.

Gemäß den bis 2004 gültigen Gesetzen war die serbische Grenzpolizei ausschließlich für die Grenzkontrolle im Bereich der Grenzübergänge zuständig, während die Grenzsicherung außerhalb der Grenzkontrollpunkte dem Militär oblag. Aufgrund der Angleichung an EU-Standards befindet sich die Grenzpolizei im Prozess einer enormen Umstrukturierung wegen der Übertragung der Zuständigkeit für die Sicherung der grünen und blauen Grenze vom Militär.

Die Übernahme der Überwachung und Kontrolle der Staatsgrenzen zu Ungarn, Rumänien und Bulgarien ist vollständig abgeschlossen.

Bei den Grenzen zu den früheren jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Montenegro sowie zur ehemaligen südserbischen Provinz Kosovo wurde die Aufgabenwahrnehmung zwar übernommen, jedoch konnte aufgrund ungelöster Fragen des Grenzverlaufes zwischen den nach dem Zerfall Jugoslawiens neu entstandenen Staaten die Demarkation der Grenzlinie an gewissen Stellen noch nicht vollständig abgeschlossen werden, so dass an gewissen Lokalitäten weiterhin schwerwiegende Problemlagen bei der Bewältigung der täglichen Grenzaufgaben sowie wegen der ungenügenden oder teilweise nicht vorhandenen technischen Ausstattung vorliegen.

Die seit einigen Jahren vom Belgrader Büro der HSS organisierten und von der serbischen Grenzpolizei als dringend notwendig eingestuften Veranstaltungen zur bilateralen grenzpolizeilichen Zusammenarbeit im Rahmen des Integrated-Border-Management Systems mit den EU-Mitgliedstaaten Ungarn und Rumänien konnten auf bilaterale sowie trilaterale Meetings mit dem EU-Land Bulgarien sowie seit 2010 mit Mazedonien ausgeweitet werden. Insbesondere die Kooperationstreffen mit den ex-jugoslawischen Nachbarstaaten sind wegen der Grenzdemarkationsfrage von hoher Bedeutung.

Auch die seit 2007 durchgeführten bilateralen Kooperationsveranstaltungen zwischen der Grenzpolizei Serbiens und Montenegros konnten 2009 durch die Initiative der Hanns-Seidel-Stiftung mit der Teilnahme Bosnien-Herzegowinas erweitert und erstmalig in der Form einer trilateralen Grenzpolizeikonferenz durchgeführt werden, wobei aktuelle Problemlagen sowohl an Grenzübergängen, als auch im Bereich der Grenzsicherung erläutert wurden. Von den Vertretern der Grenzpolizeiorganisationen aller drei Länder wurde festgestellt, dass die kontinuierlichen Kontakte der Beamten auf Arbeitsebene vor Ort zu bedeutenden Erfolgen bei der Bekämpfung grenzüberschreitender und organisierter Kriminalität geführt haben. Die praktische Umsetzung der zwischenzeitlich unterzeichneten Durchführungsprotokolle über gemeinsame Streifen gab Anlass für einen regen Erfahrungsaustausch, so dass Ansätze zur operativen Kooperationsförderung gefunden und die Aktivierung der National Focal Points zum regelmäßigen Informationsaustausch und gemeinsamer Risikoanalyse angeregt werden konnten.

Der direkte Kontakt und die Förderung der operativen Zusammenarbeit der Grenzpolizei auf bilateraler und trilateraler sowie auf regionaler Ebene ist von enormer Wichtigkeit und unabwendbar bei der grenzüberschreitenden Bekämpfung der illegalen Migration und organisierten Kriminalität.

Der Erfolg der Zusammenarbeit liegt in der Koordinierung der Bemühungen bei der Durchführung von grenzbezogenen Kooperationsmaßnahmen, durch die die Fortsetzung und Vertiefung regelmäßiger und unmittelbarer Informations- und Erfahrungsaustausche zwischen den Grenzpolizeiorganisationen der Länder in dieser Region unentbehrlich ist.

Im Rahmen des Annäherungsprozesses Serbiens an die EU, insbesondere nach der Aufhebung der Visumspflicht im Dezember 2009, sind bilaterale und trilaterale Grenzpolizeitreffen sowie Veranstaltungen mit deutschen Referenten zum Thema Korruptionsbekämpfung, Schengen-Grenzkodex, zur Problematik der illegalen Migration sowie der grenzübergreifenden Kriminalitätsbekämpfung besonders gefragt.

Die Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei ist schwerpunktmäßig im Bereich der Gesetzgebung auf die Förderung der Verkehrssicherheitslage und im Praxisbereich auf die Aufgabenwahrnehmung sowie auf die Beamtenausbildung ausgerichtet.

Das jährlich durchgeführte und mittlerweile zu einer traditionellen Konferenz herangewachsene internationale Verkehrssicherheitssymposium gehört zu den bedeutungsvollsten Veranstaltungen, die das Belgrader Projektbüro der Hanns-Seidel-Stiftung gemeinsam mit der serbischen Verkehrspolizei durchführt. Die Konferenz zur Sicherheit im Straßenverkehr wurde 2009 bereits zum 6. Mal durchgeführt und hat sich mit einem bedeutenden Image zum Highlight im Terminkalender der Teilnehmer entwickelt. Das Symposium genießt wegen seiner hochaktuellen Themenstellung sowie wegen der praxisnahen Vermittlung von Kenntnissen der Erfahrungsträger aus den EU-Mitgliedstaaten und den angrenzenden Nachbarländern eine außerordentlich hohe Wertschätzung bei den Entscheidungsträgern, Organisatoren und Besuchern. Die kurzfristige und direkte Umsetzung der Ergebnisse des Symposiums trägt nach Einschätzung der Teilnehmer erheblich zur Senkung der Unfälle und zur Minimierung von Gefahrensituationen sowie zur besseren Kooperation der unterschiedlichen Polizeieinheiten bei. Darüber hinaus ergeben sich bei dieser Veranstaltung erhebliche Synergieeffekte, die sich neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit auch in anderen Bereichen der Polizei, zum Beispiel beim Schutz der Grenze, bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und bei der Ausbildung der Nachwuchskader positiv auswirken.

Das Engagement der HSS in den Sektoren Grenzpolizei und Verkehrspolizei soll bewirken, in Synergie-Effizienz an markanten Stellen Serbiens zur Imageförderung des Landes bei Einheimischen, Touristen und Transitreisenden gleichermaßen beizutragen.

COPO in Sremska Kamenica

Die Polizeischule in Sremska Kamenica war von 2002 bis 2005 ein zuverlässiger Partner des Belgrader Büros der HSS. An dieser Schule erfolgte zur damaligen Zeit die Ausbildung von Schulabgängern zu Polizeibeamten.

Im Rahmen der allgemeinen Polizeireform wurde die Schule an die in der EU übliche Form der polizeilichen Ausbildung angepasst und stellt derzeitig ein bedeutendes und in Serbien einzig bestehendes Zentrum für polizeiliche Grundausbildung dar. Im Gegensatz zum alten Ausbildungssystem werden nach der im Jahre 2009 abgeschlossenen Schul-Reform im neuen Zentrum nur volljährige Personen zur Polizeiausbildung zugelassen.

Während der Übergangsphase des alten Schulungssystems auf die neuen Ausbildungskriterien wurden besondere Anforderungen an den Lehrkörper gestellt, insbesondere bei der methodologischen Umstellung und Anpassung der Curricula für die unterschiedliche Ausbildung von Kandidaten mit Abitur- oder Hauptschulabschluss.

Zur Unterstützung des Ausbildungspersonals wurden speziell an die Bedürfnisse der Polizeischule angepasste Veranstaltungen mit deutschen Referenten in den Bereichen Modularunterricht, Kommunikationsmanagement und Stressabbau sowie Fachseminare mit Themenschwerpunkten Jugenddelinquenz, Polizei in der lokalen Gemeinschaft, Polizei und Demokratie bzw. demokratische Führungssysteme organisiert.

Fortbildungsveranstaltungen mit deutschen Referenten zur Vertiefung und Multiplikation des transferierten Fachwissens sind von diesem Projektpartner weiterhin dringend benötigt.

Die Kriminalistisch-polizeiliche Akademie (KPA) ist eine durch Beschluss der Regierung der Republik Serbien im Jahr 2006 gegründete, unabhängige Hochschulausbildungseinrichtung zur Ausbildung der Polizei. Die Akademie entstand durch Integration der Polizeihochschule und der Polizeiakademie und ist deren Rechtsnachfolger.

Die KPA bietet neben Grundlehrgängen auch Spezial- und Masterlehrgänge sowie weitere Seminare und Fortbildungskurse zu kriminalistisch-polizeilichen und sicherheitsbezogenen Themen an. Darüber hinaus befasst sich die Akademie mit wissenschaftlicher Forschungsarbeit im Bereich der Kriminologie und im Rahmen polizeilich-sicherheitsbezogener Wissenschaften. Als solche ist die KPA durch das Ministerium für Wissenschaft und technische Entwicklung der Regierung der Republik Serbien als wissenschaftliche Forschungseinrichtung akkreditiert. Die wissenschaftliche Forschungsarbeit der Akademie nimmt das Wissenschaftliche Forschungszentrum durch Engagement von Lehrfachkräften und anderen Mitarbeitern der Akademie wahr. Die Schwerpunkttätigkeiten im wissenschaftlichen Bereich sind wissenschaftliche Forschungsarbeit, Herausgabe von fachspezifischen Zeitschriften und Arbeitensammlungen sowie die Organisation von Konferenzen und Fachtagungen.

Montenegro

Das Verfassungsgericht wurde durch die Verfassung der Sozialistischen Teilrepublik Montenegro aus dem Jahr 1963 gegründet und begann seine Arbeit gemäß dem Verfassungsgerichtsgesetz der Teilrepublik Montenegro am 15. Februar 1964.

Seit Amtsbeginn bis zum heutigen Tag haben sich in Montenegro viele schwerwiegende politische und gesellschaftliche Prozesse und Geschehnisse ereignet - ausgehend vom Selbstverwaltungssozialismus über den jugoslawischen sozialistischen Föderalismus, danach der Bundesrepublik Jugoslawien mit den zwei übriggebliebenen Teilrepubliken Serbien und Montenegro (infolge der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren), gefolgt von der der Staatenunion Serbien und Montenegro, bis hin zum unabhängigen Staat Montenegro.

Diese turbulenten Umbrüche hatten folglich Auswirkungen sowohl auf den Zuständigkeitsbereich des montenegrinischen Verfassungsgerichtshof als auch auf seine politische Wirkung.

Nach der Verabschiedung der neuen Verfassung im Jahr 1992, durch die zum ersten Mal nach fast 50 Jahren ein Mehrparteiensystem und das Prinzip der Gewaltenteilung eingeführt worden war, wurde dem montenegrinischen Verfassungsgericht der Status eines unabhängigen und autonomen Verfassungsorgans erteilt.

Die geltende Verfassung der Republik Montenengro aus dem jahr 2007 hat den Zuständigkeitsbereich des montenegrinischen Verfassungsgerichts erweitert und die Anzahl der Verfassungsrichter wurde von ursprünglich fünf auf sieben erhöht.

Der Verfassung nach entscheidet das Verfassungsgericht Montenegros über:

  • die Übereinstimmung der Gesetze mit der Verfassung und die vom montenegrinischen Staat unterzeichneten und veröffentlichten internationalen Verträge
  • Verfassungsbeschwerden gegen Einzelentscheidungen von Staatsorganen, Organen der lokalen Selbstverwaltung sowie juristischer Personen mit öffentlichen Befugnissen, wenn durch deren Entscheidungen die verfassungsmäßig festgelegten Grundrechte und Freieheiten verletzt worden sein könnten
  • die Kompetenzen des montenegrinischen Staatspräsidenten
  • Zuständigkeitskonflikte zwischen Organen der gesetzgebenden, vollziehenden und rechtsprechenden Gewalt des Staates
  • die Verfassungsmäßigkeit der Programme und Tätigkeiten politischer Parteien und kann sie gegebenenfalls verbieten
  • die Verfassungs- und Gesetzmäßigkeit der Wahlen und Volksabstimmen und entscheidet in Streitigkeiten, die nicht in die Zuständigkeit der Gerichte fallen
  • über die Verfassungsmäßigkeit von Maßnahmen und Handlungen staatlicher Organe, die während Kriegs- und Ausnahmezuständen vollzogen werden

Die Haupttätigkeiten bzw. Zuständigkeiten dieser staatlichen, der Regierung unterstehenden Behörde richten sich auf das Management und die Förderung der Personalressourcen im Rahmen montenegrinischer Staatsbehörden. Von den durch die Strategie der Verwaltungsreform festgesetzten Ziele der Regierung der Republik Montenegro ausgehend, ist diese Behörde im Bereich Förderung des Personalmanagementsystems tätig und ihre Schwerpunkttätigkeiten beziehen sich auf fachliche Fortbildung der Staatsbeamten. Als ihr wichtigstes Ziel sieht diese Behörde die Unterstützung von Staatsorganen bei ihrer Entwicklung moderner europäischer Standards im Bereich Personalverwaltung.

Mit diesem neuen Projektpartner wurden bisher Seminar zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit in der Staatsverwaltung – Präsentationsfertigkeiten“ durchgeführt. Insgesamt ist festzustellen, dass Montenegro noch große Defizite im Personalmanagement aufweist, obwohl die Personalbehörde seit einigen Jahren sowohl mit RESPA – Regional School of public administration – zusammenarbeitet.

Im Gegensatz zu Serbien ist die montenegrinische Polizei seit der Trennung der ehemaligen Teilrepublik Montenegro aus dem gemeinsamen Staatenbund mit Serbien im Jahre 2006 strukturell nicht mehr an das Innenministerium sondern unmittelbar an die Regierung Montenegros gebunden. Insofern ist die höchste montenegrinische Polizeiorganisation – die Polizeidirektion – dem Innenministerium in gewissen schwerwiegenden Situationen zwar informationspflichtig, jedoch nicht dem Ministerium sondern der montenegrinischen Regierung direkt untergeordnet und weisungsgebunden.

Infolge dieser neuen Organisationsstruktur wurde in Montenegro ebenfalls eine allumfassende Polizeireform durchgeführt.

Das von der montenegrinischen Grenzpolizei benötigte Themenspektrum an Weiterbildungsmaßnahmen entspricht vom Grundsatz her den Bedürfnissen der serbischen Grenzpolizei.

Nach der Trennung Montenegros von der Staatengemeinschaft Serbien-Montenegro konnte 2007 eine bilaterale Konferenz der serbischen und montenegrinischen Grenzpolizei organisiert werden, die den Beginn der Zusammenarbeit des HSS-Büros Belgrad mit der Grenzpolizei Montenegros als Projektpartner darstellt. Die Tagung fand zu einem symbolischen Zeitpunkt statt, denn der Veranstaltungstermin fiel fast auf den Tag genau mit der Ausrufung der Souveränität Montenegros zusammen. Zusätzlich gewann diese Veranstaltung an besonderer Bedeutung durch die Tatsache, dass es sich um ein erstmaliges offizielles Treffen von serbischen und montenegrinischen Grenzpolizeibeamten handelte, insbesondere da bis dato noch kein zwischenstaatlicher Kooperationsvertrag zur grenzpolizeilichen Zusammenarbeit unterzeichnet wurde, wobei von Vertretern beider Seiten betont wurde, dass es ohne die Unterstützung der Hanns Seidel Stiftung nicht zu einer dergleichen Begegnung gekommen wäre.

Diese bilateralen Treffen konnten im Rahmen von Expertengesprächen in den folgenden Jahren regelmäßig fortgesetzt werden und zum Aufbau der grenzpolizeilichen Strukturen auf beiden Seiten sowie zur Förderung und Vertiefung der bilateralen Kooperation und grenzüberschreitenden Kriminalitätsbekämpfung beitragen.

Die Projektarbeit zur Unterstützung und Förderung der kooperativen Grenzsicherung und Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität auf trilateraler Ebene zwischen Montenegro, Serbien und Bosnien-Herzegowina wurde im Rahmen der Beschreibung der serbischen Grenzpolizei als Projektpartner des HSS-Büros Belgrad erläutert. Die Grenzpolizei ist der montenegrinischen Regierung direkt untergeordnet und weisungsgebunden.

Die Aus- und Fortbildungsanstalt der montenegrinischen Polizei in Danilovgrad war ursprünglich im ehemaligen Jugoslawien ausschließlich für die polizeiliche Ausbildung zur mittleren Reife eingerichtet. Montenegro hatte zur damaligen Zeit keine eigene Hochschule oder Akademie für den höheren bzw. gehobenen Polizeidienst, so dass montenegrinische Polizisten die entsprechenden polizeilichen Bildungsinstitute in Serbien besuchten.

Nach der Konstituierung der Eigenstaatlichkeit Montenegros 2006 wurde die damalige Polizeischule Danilovgrad für mittlere Reife im Rahmen des Transformationsprozesses zu einer Polizeiakademie aufgewertet. Im Oktober 2006 wurde die erste Generation von Akademiestudenten immatrikuliert. Die Ausbildung beginnt nach dem Abitur, dauert 18 Monate und wird nach der Modularunterrichtsmethode durchgeführt.

Die Kooperation der Hanns-Seidel-Stiftung mit der Polizeiausbildungsanstalt in Danilovgrad datiert noch aus der Zeit des Staatenbundes Montenegros mit Serbien. Im Rahmen der Vorbereitung der Sicherheitsvorkehrungen zur Basketballeuropameisterschaft, die 2005 im damaligen Serbien-Montenegro (SCG) stattfand, wurden Seminarveranstaltungen zum Themenschwerpunkt polizeilicher Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen durchgeführt.

Nach Abschluss der strukturellen und organisatorischen Übergangsphase von Polizeischule zur Akademie und der offiziellen Gründung der Polizeiakademie Danilovgrad im Juli 2006 konnte die Zusammenarbeit des HSS-Büros Belgrad mit diesem Projektpartner fortgeführt werden.

Die vor einigen Jahren von der HSS initiierte Kooperation der Akademie mit dem tschechischen Innenministerium besteht weiterhin und wird in eigener Initiative und nach Bedarf fortgesetzt und von den Beteiligten als äußerst fruchtbar eingeschätzt.

Im Kontext des angestrebten EU-Beitritts Montenegros und der damit verbundenen Angleichung an EU-Standards im Bereich der polizeilichen Aus- und Fortbildung sind Unterstützungsmaßnahmen zur Förderung demokratischer Führungssysteme in der Polizeiorganisation gefragt.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit mit diesem Partner liegt auf der Ausbildung und der ständigen Qualifizierung eines breiten Mittelstandes als Stütze zur politischen und wirtschaftlichen Stabilität des Landes.

Bei unseren Seminaren im Managementbereich greifen wir vorwiegend auf einheimische Referenten zurück, da diese durch ihre eigenen Erfahrungen und praxisnahen Darstellungen von den Seminarteilnehmern besonders geschätzt werden.

Ein hoher Bedarf besteht bei der Aus- und Fortbildung in den Bereichen strategisches Management und Entwicklung von „Human Ressourcen“.

Aufgrund der gleichgelagerten wirtschaftlichen Themenstellungen von Seminaren mit unseren Partnern in Montenegro und in Serbien, können durch die Anwendung von Erfahrungen aus den beiden ehemals miteinander verbundenen Nachbarländern erhebliche Synergieeffekte erzielt werden.